

ich beschäftige mich schon viele Jahre mit Heilung- und Entwicklung. Durch meine Migräne, die ich seit meiner Jugendzeit hatte, habe ich mich schon früh auf die Suche nach Alternativen zur Schulmedizin gemacht. Dabei habe ich schon viele Methoden ausprobiert und auch verschiedene Ausbildungen gemacht. 2022 habe ich dann eine Ausbildung zum Morgenlicht-Coaching bei Lea Hamann gemacht und hier hörte ich zum ersten Mal den Begriff „körperorientiertes Coaching“. Ich habe dem damals garnicht so viel Bedeutung beigemessen. Ich dachte, das ist halt einfach eine weitere Beschreibung einer Methode. Erst mit der Zeit und auch mit der Begleitung meiner Klienten wird mir immer klarer, wie elementar und wichtig diese körperorientierte Arbeit ist. Doch was heißt das denn jetzt genau und warum ist es so wichtig für unsere Heilung?
Körperorientiertes Coaching bedeutet im Wesentlichen, dass wir auf den Körper lauschen und in unseren Körper spüren: Was zeigt er gerade? Wie geht es ihm? Welche Empfindungen, Gefühle, Wahrnehmungen sind gerade da? Was berührt uns jetzt gerade und bringt etwas in uns zum Schwingen?
Der Körper hat seine eigene Intelligenz und wir arbeiten mit dem Körper zusammen. Wir lauschen in den Körper und finden heraus, welche traumatischen Gefühle und Prägungen der Körper genau heute zum Vorschein bringen möchte. Dabei begleiten wir diesen natürlichen Lösungsprozess. Meine Aufgabe als Coach ist es, einen heilsamen sicheren Raum zur Verfügung zu stellen, in dem der natürliche Lösungsprozess geschehen kann.
Dabei vertrauen wir auf den Körper. Er zeigt an, was sich heute in der Sitzung lösen möchte, in welchem Tempo und auf welche Art und Weise. Das ist nicht immer angenehm, wenn diese alten Gefühle hochkommen und manchmal werden wir vielleicht auch ungeduldig, weil wir denken, dass das doch viel schneller gehen müsste. Aber wir greifen nicht ein, sondern verlassen uns auf die Weisheit des Körpers.
Im Kern könnte man es vielleicht so zusammenfassen: Der Körper hat das Trauma gespeichert. Der Körper lässt das Trauma wieder los und wir begleiten den Körper auf diesem Weg.
Soweit so gut, aber nun fragst Du Dich vielleicht, warum, ist das denn so wichtig? Können wir mit anderen Methoden nicht genausogut alte traumatische Erfahrungen loslassen?
Zu Beginn unseres Lebens ist unser Körper sehr präsent. Schon bevor wir sprechen können, drücken wir mit dem Körper aus, wie es uns geht, setzen Grenzen und nehmen uns selbst über den Körper wahr.
Dabei ist Berührung für den Körper lebenswichtig. Das Baby braucht Berührung, Körperkontakt, Nähe und Halt, ums sich selbst wahrzunehmen und um zu überleben. Ich denke, diese elementare Bedeutung von Körperkontakt bei Babys ist uns allen mittlerweile bewusst und es gibt hierzu auch viele wissenschaftliche Abhandlungen. Doch seltsamerweise wird uns im weiteren Leben unser Körperbewusstsein Stück für Stück abtrainiert. Spätestens in der Schule lernen wir unseren Körper zu ignorieren und konsequent beiseite zu schieben. Der Körper braucht Bewegung: geht nicht, wir müssen still sitzen. Der Körper braucht Pause: Geht nicht, die Stunde ist noch nicht um. Ein Kind ist wütend: Nein, Wut ist schlecht. Ein Kind ist traurig und weint: Jetzt sei doch nicht so empfindlich.
Nach und nach lernen wir, den Körper zu ignorieren und das was da ist, wegzuschieben. Gleichzeitig gehen wir immer mehr in den Verstand. Lernen, was erwartet wird, lernen Strategien, wie wir unser Leben leben ohne dem Körper Raum zu geben. So werden wir dann Erwachsene, die clever und smart durchs Leben gehen und der Körper wird zu einem lästigen Anhängsel, der blöderweise immer wieder Probleme macht und uns ausbremst.
Dabei verkennen wir oft, dass der Körper von Anfang an und auch im Erwachsenen-Leben immer für uns arbeitet, nicht gegen uns…
Aber vielleicht müssen wir bei der Erklärung, warum unser Körper bei der Heilung so wichtig ist, ganz an den Anfang zurück. Dahin, wo die Grundlagen für unsere heutigen „Probleme“ und „Herausforderungen“ mit denen wir tagtäglich zu kämpfen haben, gelegt werden. Wir alle kennen den Begriff Trauma. Trauma bedeutet, dass wir herausfordernde Erfahrungen gemacht haben, die wir zum damaligen Zeitpunkt nicht vollständig verarbeiten konnten. Diese nicht verarbeitetenden Gefühle, Reaktionen und Eindrücke tragen wir weiterhin in uns. Dies ist eine sehr kluge Überlebensfunktion unseres Körpers: Der Körper realisiert: oh hier passiert etwas schlimmes, aber es ist gerade nicht genug Kapazität und Sicherheit da, um dies zu verarbeiten oder zu fühlen. Dann packen wir das mal weg, so dass ich jetzt im Moment funktionieren/überleben kann.
Wenn wir traumatische Erfahrungen machen und diese nicht verarbeiten, bleibt der Körper im Alarmzustand hängen. Die bedrohliche Situation ist längst vorüber, doch innerlich schrillen noch immer die Alarmglocken.
Man könnte also sagen, dass der Zustand unseres Nervensystems bestimmt, wie wir die Welt erleben. Haben wir wenige traumatische Erfahrungen abgespeichert fühlen wir uns grundsätzlich sicher, wertgeschätzt und haben Vertrauen in Andere und in uns selbst. Wir haben genug Kapazität für das Leben und seine Herausforderungen und wir sind in der Lage Hilfe zu holen und zu erhalten, wenn wir sie brauchen. Auch in Beziehungen bleiben wir bei uns, und können ganz natürlich unsere Grenzen setzen, eigene Fehler erkennen und eingestehen.
Anders sieht es dagegen aus, wenn unser Nervensystem viele traumatische Erfahrungen abgespeichert hat: Das ist sehr anstrengend und wir leiden darunter in unserem Alltag: Wir sind ständig überreizt, fühlen uns überfordert, leben in Angst und Anspannung, wir fühlen uns bedroht von anderen, versuchen nur noch, es allen recht zu machen, nehmen uns selbst nicht mehr wahr, haben Süchte, fühlen uns energielos und funktionieren nur noch… Wir scheinen für unser Leben und unseren Alltag mit seinen Herausforderungen einfach nicht genug Kapazität zu haben.
Das alles drückt sich natürlich auch in körperlichen Symptomen aus: es entstehen Auto-Immunerkrankungen, weil der Körper gegen sich selbst kämpft, wir haben Verspannungen im Körper, weil wir in ständiger Alarmbereitschaft sind, sind oft krank, haben Kopfschmerzen usw.
Nun sind wir erwachsen und merken: irgendwas stimmt da nicht. Ich möchte etwas tun, möchte wieder mehr Lebensfreude, mehr Energie, gesunde Beziehungen usw.
Da ist die Auswahl auf dem Selbsthilfe- und Therapiemarkt natürlich groß. Auch ich habe vieles ausprobiert. Da soll man natürlich an seinem positiven Mindset arbeiten, positive Affirmationen wiederholen, sein Leben positiv manifestieren. Ziele setzen, usw. Und versteht mich bitte nicht falsch. Das hat alles seine Berechtigung und seinen Platz. Aber Fakt ist: Solange ich Anteile in mir habe, die sich zutiefst minderwertig, nicht willkommen, unsicher in dieser Welt fühlen, die Angst vor Menschen haben, vielleicht auch viel Wut und Ängste in sich tragen, solange werden diese ganzen Methoden, die über den Verstand arbeiten, immer wieder scheitern. Und zurück bleibt Enttäuschung und das Gefühl des Scheiterns.
Meiner Meinung nach ist der einzige Weg, diese Anteile aufzuspüren und zu erlösen und zu heilen, der Weg über den Körper. Der Körper hat diese unverdauten Eindrücke damals abgespeichert und er ist heute auch in der Lage sie wieder loszulassen und nachträglich zu verdauen. Und das schöne ist: Wir dürfen da ganz auf die Weisheit des Körpers vertrauen. Der Körper weiß, wie es geht und er weiß auch, was jetzt gerade dran ist auf Deinem Heilunungsweg, was die nächste Schicht ist oder der nächste Schritt.
Was ganz elementar wichtig ist im körperorientierten Coaching, ist das Gefühl von Sicherheit. Nur wenn unser Nervensystem merkt: Ah, hier ist es sicher, hier ist es ruhig, hier sind Menschen, die mich begleiten und die den Raum für mich halten, dann kann der Körper diese alten belastenden Dinge nachträglich verdauen, durchfließen lassen und loslassen. Deshalb sorgen wir in der Sitzung zunächst dafür, dass der Körper im Hier und Jetzt ankommt und spürt: hier ist ein sicherer Raum, hier droht keine Gefahr, hier ist ein präsenter Erwachsener, der den Raum hält und der, egal, was da auch zum Vorschein kommt, ganz ruhig und präsent bleibt.
Deshalb halte ich es auch für wichtig, dass die Chemie zwischen Klient und Therapeut stimmt. Denn nur wenn ich mich mit der Person, die mich durch diesen Prozess führt, sicher fühle und gehalten, kann diese körperorientierte Arbeit auch funktionieren. Aus diesem Grund biete ich zum Beispiel auch eine Kennenlernsitzung an, wo der Klient schauen kann: Passt diese Person zu mir? Passt diese Art der Arbeit zu mir? Fühle ich mich wohl in der Sitzung?
Und ja, das alles braucht Zeit und Geduld. Aber wenn wir dem Körper die Zeit und den sicheren Raum geben, die er braucht, dann kann so viel Heilung geschehen. Schicht für Schicht, können alte Emotionen durchfließen, dürfen alte Freeze-Schichten schmelzen und können fehlende Elemente nachgenährt werden.
Und das schöne ist, dass mit jeder Schicht, die heilen darf, wieder mehr das eigene „Ich“ und die ureigene Lebenskraft zum Vorschein kommt. Denn in diesen traumatischen Schichten ist auch ganz viel Lebensenergie und ganz viel meines eigenen „Ich“ gebunden. Und ganz langsam verändert sich Stück für Stück auch meine Wahrnehmung, wie ich die Welt wahrnehme und ich selbst werde präsenter und kann mehr auf das Hier und Jetzt reagieren und nicht auf die alten belastenden Situationen. Und manchmal sind wir dann ganz erstaunt, dass die Ziele, die wir (mithilfe unseres Verstandes) früher so unbedingt erreichen wollten, auf einmal gar nicht mehr wichtig sind, weil sie tatsächlich nie unseren wirklichen, inneren Bedürfnissen entsprachen. So legen wir mithilfe des Körpers Schicht für Schicht unseren ureigenen Wesenskern frei….
Lass uns in einer vergünstigten Kennenlernsitzung Deine Themen und Ziele besprechen und direkt mit der Arbeit beginnen. Dies ist eine gute Möglichkeit, mich und meine Arbeit kennenzulernen. Ich freue mich auf Dich.
2 Comments
[…] Was ist körperorientiertes Coaching? Und warum ist es so wichtig für unsere Heilung? […]
[…] zunächst mal viele Fragen auf. Was das körperorientierte Coaching genau ist, habe ich bereits in diesem Blogbeitrag erklärt. Aber dann bleibt ja immer noch die Frage, wie das jetzt genau abläuft in so einer […]