

Vielleicht kennst Du das aus Deinem Alltag. Gerade war noch alles gut und dann, von einem Moment auf den anderen, kippst Du aus Dir raus. Irgendetwas hat Dich „angetriggert“. Manchmal können wir diesen Trigger erkennen, vielleicht eine andere Person, die etwas zu dir sagt, oder die eine bestimmte Energie ausstrahlt. Oder eine Situation, die uns zu viel oder zu laut ist. Oder Nachrichten, Filme, die etwas in uns berühren.
Manchmal können wir den Trigger aber auch garnicht so genau benennen. Vielleicht wachen wir nachts auf und haben auf einmal Ängste oder Panikattacken. Oder wir sind gerade alleine und es kommen auf einmal diffuse Ängste auf. Oder etwas oder jemand macht uns wütend und es gibt eigentlich gar keinen Grund dafür…
Und plötzlich sind wir wie in einem anderen Film. Und anstatt aus unserer Mitte heraus, auf die jeweilige Situation angemessen zu handeln, reagieren wir nur noch. Wir sagen Dinge, die wir später bereuen. Treffen Entscheidungen aus Angst, obwohl wir rational gesehen, doch gerne ganz anders entschieden hätten. Oder wir sprechen Dinge nicht aus, die eigentlich dringend gesagt werden sollten.
In all diesen Situationen reagieren wir aber nicht auf die Gegenwart, sondern auf unverarbeitete traumatische Situationen aus der Vergangenheit, die unser Körper und unser Nervensystem abgespeichert haben.
Für unsere Heilung und unser persönliches Wachstum, ist es wichtig, dass wir uns wieder dem Körper zuwenden und dieses Trauma nachträglich heilen und integrieren. Denn dieses Trauma ist wie ein schwerer Rucksack, den wir durchs Leben schleppen und es schränkt uns körperlich, emontional und mental stark ein.
Diesem Trauma können wir natürlich mit körperorientierten, traumasensiblen Coaching-Sitzungen begegnen.
Doch oft kommen solche Situationen ja unerwartet, im Alltag, bei der Arbeit, in der Familie, nachts, wenn kein Coach zur Stelle ist. Hier möchte ich Euch deshalb einen 4-Schritte-Plan zur Verfügung stellen, um wieder im Hier und Jetzt präsent zu werden und wieder mit Dir selbst in Verbindung zu kommen.
Vielleicht hast Du die Möglichkeit, Dich kurz zurückzuziehen und die folgenden Schritte zu durchlaufen:
Erlaube Dir, Deinen Körper wahrzunehmen und zu spüren: Wie geht es Dir jetzt gerade?
Fühlst Du Dich überfordert?, voller Angst? oder fühlst Du Streß, Druck oder Du hast das Gefühl, Du funktionierst nur noch? Vielleicht ist da auch Wut, Haß, Neid? Vielleicht fühlst Du dich auch leer, leblos, kalt abgeschnitten? Und wo fühlst Du das im Körper?
Egal was gerade da ist. Es darf da sein. Und vielleicht kannst Du kurz innehalten und anerkennen, dass dieses Gefühl gerade da ist, dass es dir nicht gut geht.
Wichtig ist: es geht nicht darum, dieses Gefühl möglichst schnell loszuwerden. Sondern es geht erstmal darum, es wahrzunehmen und anzunehmen.
Vielleicht kennst Du das Gefühl auch, weil Du es öfters spürst? Begegnet es Dir immer wieder in deinem Alltag?
Spür mal hin: was ist instinktiv Deine Reaktion auf dieses Gefühl? Ziehst Du Dich innerlich zusammen, möchtest Dich am liebsten verstecken? Driftest Du innerlich ab? Versuchst Du diesem Gefühl üblicherweise zu „entfliehen“, indem Du es zuschüttest, vielleicht Durch Essen, Arbeit, Fernsehen, Internet, Lesen, usw.?
Oder tust Du alles, um Dich wieder gut zu fühlen? Versuchst Du dem Gefühl auszuweichen, davonzulaufen, indem Du alle möglichen Techniken probierst? Indem Du dagegen ankämpfst und Dich vielleicht immer mehr darin verstrickst?
Und es geht hier nicht darum, Dich zu verurteilen. Wir alle haben da unsere Strategien, wie wir mit bestimmten Gefühlen umgehen. Es geht im Moment nur darum, das zu beobachten, wahrzunehmen. Wie gehe ich normalerweise damit um?
Mach Dir bewusst: solange wir gegen ein Gefühl ankämpfen und uns darin verstricken, kann der Körper es nicht loslassen. Versuche mal, Dich innerlich zurückzulehnen und den Widerstand loszulassen. Mit jedem Atemzug darfst Du ein bisschen mehr loslassen. Lass Deine Schultern los, entspanne Deinen Kiefer und lehn Dich innerlich zurück.
Vielleicht kannst Du Mitgefühl spüren mit dieser Schicht, die sich da gerade zeigt. Wir spüren in diesem Moment, die ängstlichen, überforderten inneren Kinder in uns. Ganz liebevoll kannst Du sagen: Ich bin da. Ich nehme wahr, dass es Euch nicht gut geht. Ich bin da, Ihr seid jetzt nicht mehr alleine damit.
Und auch wenn diese Gefühle sehr unangenehm und schmerzlich sind: versuch da zu bleiben bei diesem Gefühl und spüre hin: Wie fühlt es sich an, wenn ich aufhöre, dagegen anzukämpfen?
Je mehr Du liebevoll wahrnimmst, was jetzt wirklich da ist, desto mehr kommst du in Verbindung mit Dir selbst. Heilung und Integration findet immer da statt, wo Du mit dir selbst in Verbindung bist. Wo Du fühlst und anerkennst, was jetzt gerade da ist.
Dabei kannst Du Dir immer bewusst machen: Solche Gefühle kommen immer in Wellen. Das heißt, sie kommen, werden stärker und lassen wieder nach. Und wenn so eine Welle durchgeflossen ist, können wir uns auch immer wieder stabilisieren und orientieren.
Mach Dir bewusst: Dich hat irgendetwas so berührt, dass Dein Körper Dich in die Vergangenheit katapultiert und Du entsprechend der Situation damals reagierst. Das fällt uns oft schwer, weil wir ja oft zu wissen meinen, wer oder was diese Gefühle bei uns ausgelöst hat. Aber immer, wenn wir so heftig reagieren, liegt die Ursache irgendwo in der Vergangenheit.
Nachdem eine solche Gefühlswelle durchgeflossen ist, geben wir dem Körper Gelegenheit sich im Hier und jetzt zu orientieren. Das geschieht zunächst mal über unsere Sinne:
Wichtig ist, dies alles ganz langsam zu tun. Es geht nicht darum, dies alles mit dem Verstand zu erfassen und abzuhaken, sondern der Körper darf wahrnehmen: Hier ist ein sicherer Raum, hier passiert mir nichts, hier ist es sicher.
Wenn Du magst kannst Du jetzt nochmal hinspüren: Wie gehts Dir jetzt? Hat sich etwas verändert?
Vielleicht möchte auch nochmal eine Welle durchfließen. Dann kannst Du die Schritte nochmal durchgehen.
Vielleicht merkst Du jetzt aber auch, dass Du wieder ruhiger, präsenter, mehr im Hier und Jetzt bist. Manchmal kommt danach auch eine innere Klarheit. Nun bist Du vielleicht in der Lage, Deinem Partner in Ruhe Deine Bedürfnisse mitzuteilen, ganz ruhig und präsent Deine Grenzen zu setzen. Oder Dein Nervensystem darf wahrnehmen: diese Bedrohung von damals ist vorbei, heute bin ich sicher. Ich bin nicht mehr allein, kann Hilfe holen, usw.
Diese Klarheit kann sofort da sein, manchmal kommt sie aber auch erst ein paar Stunden später, oder am nächsten Tag. Denn unser Körper braucht manchmal noch Zeit, in der sich diese neuen Erfahrungen integrieren können.
Natürlich ist nicht immer alles nach diesen 4 Schritten erledigt. Darum geht es auch garnicht. Es geht vielmehr darum, ein gesundes Körperbewusstsein zu entwickeln und zu lernen, mit herausfordernden Gefühlen umzugehen und dabei Stück für Stück zu lernen: ich bin mehr als mein Trauma, heute kann ich anders reagieren. Und ich kann die Prägungen der Vergangenheit behutsam auflösen. Doch wenn Du diesen Gefühlen in Dir immer wieder auf diese Art begegnest, wirst Du merken, wie das immer leichter und selbstverständlicher wird und wie Du mehr und mehr Kapazität und Raum hast für die Gegenwart.
Falls bei Dir Fragen zu den 4 Schritten auftauchen, kannst Du Dich gerne per e-mail bei mir melden: info@andreahuber-heilraum.de.
Manchmal ist es so, dass wir mit bestimmten Gefühlen/Situationen alleine nicht weiter kommen, weil die Erfahrung in der Vergangenheit viel zu herausfordernd war. Dann kann es helfen, dies in einer Sitzung anzuschauen, denn in dem sicheren Raum einer Sitzung kann der Körper manchmal ein Stück mehr entspannen und loslassen. Er spürt dann: Ah, da ist HIlfe, heute bin ich nicht allein, hier ist ein sicherer Raum und ein präsenter Erwachsener.
Falls Du spürst, diese Arbeit könnte für Dich der nächste Schritt sein, kannst Du gerne eine kostengünstige Kennenlernsitzung bei mir buchen. Hier besprechen wir Dein Anliegen und wir tauchen schon in die gemeinsame Arbeit ein. Dies ist eine gute Möglichkeit, mich und meine Arbeit kennenzulernen.
Vielleicht hast Du auch eigene Strategien, die Dir im Alltag helfen? Gerne kannst Du mir Deine Ideen und Strategien über die Kommentare mitteilen.
Ich freue mich auf Dich.
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